Folge 1: 1950-1954

Unser Dorf Sorsum, mitten im "Güldenen Winkel" gelegen, umgeben von Wäldern, mit einer fast 1000jährigen Geschichte, hat seit über 55 Jahren einen eigenen Musikzug. Dieser ist aus einigen Freizeitmusikern, die Ende der 40er Jahre zum Tanz aufspielten, entstanden.

Im Januar 1950 trafen sich fünf Idealisten und gründeten eine Tanzkapelle. Es waren Eberhard Fritsche, Franz Lambrecht, Heinz Marheineke, Josef Marheinke und Johannes Löbke. Nach einigen Entscheidungsschwierigkeiten beim Instrumentenkauf und vielen Übungsabenden unter der eigenen Bettdecke, stand dem Ganzen nichts mehr im Wege.

Im Frühjahr 1953, nachdem noch einige hinzugekommen waren, wurde aus der Tanzkapelle "die Blaskapelle". Nebenher wurde damals noch Tanzmusik gemacht.

1953 standen als Kapellenleiter Johannes Löbke und als Kapellmeister Günter Müller aus Groß Escherde der Kapelle vor, beide aus der Tanzmusik hervorgegangen.

In dieser harten Zeit gehörte schon viel Idealismus zur Musik. Von der Arbeitslosenunterstützung wurden die ersten Noten und Instrumente auf Raten gekauft.

Im Frühjahr 1953 gab dann der damalige Brandmeister Johannes Ossenkopp die Erlaubnis zu einer Sammlung. Mit dem Erlös konnten einige Instrumente gekauft werden. Die selbstgefertigten Becken bestanden aus gedrehtem Stahl (auf der Arbeitstselle eines Kameraden gefertigt), es bedurfte starker Männerarme mit guter Kondition, um sie zu schlagen, aber immerhin, die Kochtopfdeckel konnten beiseite gelegt werden. Die Hauptsache war, man konnte Musik machen.

Der Musikzug fügte sich sofort in das dörfliche Leben ein, brachte Ständchen zu Hochzeiten, Silberhochzeiten und anderen Jubiläen, spielte am 1. Mai (damals noch von einer Pferdestärke gezogen) und zu verschiedenen weltlichen und kirchlichen Anlässen.

Heute dürfen wir noch auf ein aktives Gründungsmitglied in unseren Reihen stolz sein: Heinz Marheineke.

Dieser Text wurde größtenteils aus Festschriften des Musikzuges entnommen.