Die Klarinetten

von links: Gesa Kiesel, Johanna Schmidt, Lena Ossenkopp, Beate Raßmann, Bianca Schmidt, Kerstin Koch, Bettina Baule, Elena Bruns, Christin Olbrich, Sina Gentemann, Marion Holland

"Im Wesen der Musik liegt es, Freude zu machen" (Aristoteles)- genau das möchten wir gemeinsam im Musikzug erreichen, anderen eine Freude machen. Dazu trägt natürlich die Klarinette als Melodieinstrument im Orchester bei.

WAS ist eine Klarinette? Und WIE sieht sie aus?
Die Klarinette gehört in die Familie der Holzblasinstrumente. Das schwarze Instrument mit zylindrischem Körper aus Hartholz (Ebenholz) wird mit einem einfachen Rohrblatt gespielt und verfügt über ein kompliziertes Klappensystem. Insgesamt besteht sie aus fünf Teilen:

  • Mundstück mit Rohrblatt als Schwingungserzeuger
  • Birne als Verbindung von Mundstück und Korpus
  • Oberstück mit Tonlöchern und Klappen für die linke Hand
  • Unterstück mit Tonlöchern und Klappen für die rechte Hand
  • Trichter als Notwendigkeit für den Klang der tiefsten Töne

Alle Teile sind über Zapfen und Steckverbindungen aus Kork miteinander verbunden!


WANN ist die Klarinette entstanden?
Das besondere hierbei ist, dass die Klarinette nicht- wie die meisten Instrumente- über eine schrittweise Weiterentwicklung eines schon bestehenden Instrumentes entstand, sondern in einem bestimmten Jahrhundert, genau genommen um 1700 ins Leben gerufen wurde:

Selbstverständlich gab es schon zu früheren Zeiten klarinettenähnliche Instrumente mit einfachem Rohrblatt, wie das Chalumeau (deutsch: Schalmei), doch dieses Instrument wird der Oboenfamilie zugeordnet.
Erst Johann Christoph Denner gelang es nach langen Experimenten mit der Schalmei, ein Instrument zu schaffen, welches neben tiefen Naturtönen auch hohe und saubere Töne erzeugen konnte. Zwar hatte diese "erste" Klarinette nur zwei oder drei Klappen, doch sie überzeugte durch ihren voluminösen Tonumfang (größer als der von Oboe und Trompete) und der Tatsache, dass technisch komplizierte Läufe ausgeführt werden konnten.
So nahm die Geschichte ihren Lauf: Bald galt sie als eine Sensation und wurde deshalb schnell im Orchester als Soloinstrument integriert. Sie schloss die Lücke im Holzbläsersatz! Auch die großen Komponisten, wie Vivaldi und Mozart, waren von der Klarinette begeistert: Während Vivaldi 1740 "Drei Concerti grossi" komponierte, erschien von Mozart das berühmte "Konzert in A" für Bassettklarinette. Zu der Zeit bestand die Klarinette noch aus fünf Klappen, die Weiterentwicklung gleicht einer Evolutionsgeschichte, bei der besonders das deutsche System und das Boehmsystem von großer Bedeutung sind.
Zuerst verbesserte der Klarinettenvirtuose Iwan Müller die Klappenmechanik und veränderte das Rohrblatt; seine Klarinette verfügte schon über 12 Klappen! Kurz danach erfand der Flötenbauer Theobald Boehm die Ringklappe, welche es ermöglichte, ein Loch zu schließen, welches größer ist als ein Finger. Hyacinthe Klose entwickelte daraus das "Boehm-Modell". Während dieses überall übernommen wurde, verbesserte Carl Baermann in Deutschland die Müller-Klarinette.

WER gehört in die Klarinettenfamilie?
Neben der am häufigsten gespielten B-Klarinette gibt es natürlich auch noch andere Familienmitglieder, welche genauso erwähnenswert sind:

  • Die B- und A-Klarinetten als "normale" Klarinetten: Die B-Klarinette ist vielseitig einsetzbar, vor allem im Blasorchester, in Musikschulen und im Jazz. Dem gegenüber ist die A-Klarinette im klassischen Orchester anzutreffen.
  • Die Es-Klarinette als die kleinste und höchste: Sie besitzt einen besonders scharfen Klang
  • Die Alt-Klarinette in Es und Bassetthorn in F: Sie wird in der symphonischen Blasmusik eingesetzt und darf in gut besetzten Klarinettenchören nicht fehlen!
  • Die Bass-Klarinette als Instrument mit extremer Dynamik: Sie ist die große Schwester der B-Klarinette und klingt eine Oktave tiefer. Auch bei uns im Musikzug darf sie nicht fehlen!



WO kann man die Klarinette hören? Es gibt eine große Bandbreite von Ensembles, in denen die Klarinette nicht fehlen darf:
Besonders gefragt ist sie im symphonischen Orchester, im Blasorchester, in Feuerwehrkapellen, zu denen der Musikzug Sorsum auch gehört. Aber natürlich spielt sie auch in nicht klassischen Ensembles, wie beispielsweise als Soloinstrument oder Teil eines Bläsersatzes in einer Big Band und anderen Jazzformationen eine große und bedeutende Rolle.

WER spielt dieses wohlklingende Holzblasinstrument?

Berühmte Klarinettisten vor unserer Zeit waren insbesondere Heinrich Baermann und sein Sohn Carl Baermann, welcher die bekannte Klarinettenschule verfasste. Im Jazz begeisterte der Amerikaner Benny Goodman die Fans. Heute stellt die deutsche Klarinettistin Sabine Meyer, die als Solistin auf Tourneen und in verschiedenen Ensembles ihre Erfolge feiert, einen Stern am Klarinettenhimmel dar!
Im Musikzug Sorsum sind es Bettina Baule, Elena Bruns, Sina Gentemann, Marion Holland (spielt bei uns die Bass-Klarinette), Gesa Kiesel, Kerstin Koch, Christin Olbrich, Lena Ossenkopp, Beate Rassmann, Bianca Schmidt und Johanna Schmidt, die in der Melodie den Ton angeben!!

Gesa Kiesel